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Märchen und Geschichten

30. August 2019 - Gabriela Manser

Gab es in Ihrer Kindheit auch noch Langspielplatten, Kassetten oder schon CD’s? Diese liessen wir dann laufen und laufen und laufen... und hätten es noch viel länger getan, wenn nicht Erwachsene irgendwann aufbegehrten: Bitte, bitte was Anderes. Erst dies machte uns bewusst, dass wir solche Wiederholungen liebten. Wenn Sie Kinder haben, wissen Sie, wovon ich rede.
Warum ist das so? Insbesondere Märchen haben eine Bild- und Symbolsprache, welche Kinder verstehen, welche ihrem Denken nah ist und welche ihnen ihre Welt erklärt.

Allein oder mit einer Freundin haben wir zugehört. Und immer wieder durchlebten wir die Ängste, wenn die Protagonisten so ganz alleine im Wald ausgesetzt waren; wurden wir wütend, wenn die Kinder von zu Hause weggeschickt wurden, traurig, wenn sich jemand in den Brunnen stürzen musste um die Spindel zu bergen, beklommen, wenn der Wolf daranging, alle Geisslein zu verspeisen, überglücklich, wenn im dunklen Wald ein Häuschen mit 7 Betten gefunden wurde, zufrieden, wenn das Böse besiegt war und das Gute weiterleben konnte.

Es kommt nicht von ungefähr, dass gewisse Geschichten alle Generationen von Kindern immer wieder hören möchten.  Sie helfen zu verarbeiten, was ihnen im Leben so alles begegnet. Im Heranwachsen haben junge Menschen noch keinen Überblick und wissen nicht, dass morgen vielleicht die Sonne wieder scheint… wenn sie traurig oder wütend sind, etwas als ungerecht erlebt haben, dann müssen sie das verarbeiten. Märchen und Geschichten helfen dabei.

In jeder, wirklich jeder Kindheit gibt es Ängste: Etwas nicht zu schaffen, etwas oder jemandem ausgeliefert zu sein, eine schlechte Erfahrung wieder machen zu müssen, etc. In diese Einsamkeit dann über die Bildsprache der Märchen zu erfahren, dass es anderen auch so geht und dass es einen Weg geben könnte, damit umzugehen, diese Ängste gar zu überwinden, das tut so gut.

«Märchen bieten also Lebenshilfe, nicht indem sie kindliche Nöte verniedlichen, sondern sie in ihrer Schwere ernst nehmen und sich auf alle Persönlichkeitsaspekte beziehen. » (Aus Bruno Bettelheim «Kinder brauchen Märchen»).

Warum hat wohl Harry Potter seinen Weg in so viele Kinderzimmer und auch in erwachsene Herzen gefunden? So auch „Herr der Ringe“, und andere Geschichten aus einer phantastischen Welt. In diesen Geschichten sind grosse Schwierigkeiten zu bewältigen, es ist kein Kinderspiel, es ist existenziell.  

Im riesigen Fundes von all den Märchen aus alten und neuen Zeiten gibt es für mich immer wieder starke und inspirierende Bilder zu entdecken. Gerne teile ich einige mit Ihnen:
Die Schicksalsbrücke: Über diese kann man gehen – sie ist gross wie ein Regenbogen und spannt sich hoch in den Bergen über einen tiefen Abgrund. Erst wer darüber geht, spürt, wie sie immer schmaler und schmaler wird und dann einfach aufhört, mitten über der Tiefe – und nur wer das Vertrauen aufbringt, einen Fuss über den Abgrund zu setzen, erfährt, dass diese Brücke unter dem Fuss weiterwächst und ihn / sie letztlich auch bis zum anderen Ufer bringen kann. ….
(Roland Kübler, aus der Sammlung «der Spruch der Seherin»)

Die Glücksquelle: Diese hilft bei Krankheit jeglicher Art – aber nur jene finden sie, welche erst ganz alleine über den See rudern und dann ihren eigenen Weg durch den Wald suchen.
(Roland Kübler, aus der Sammlung «der Spruch der Seherin»)

Irrlichter: Da gibt es einen Fährmann, der die Irrlichter über den Fluss bringt – aber nicht mehr zurück. Nach Hause können sie nur auf dem Schatten des Riesen, welcher dieser zu einer bestimmten Stunde an einer bestimmten Stelle wirft. ….
(Göthe, DAS Märchen)

Nachts mit solchen Geschichten eine schlaflose Stunde zu verbringen, hilft mir, damit mich nicht die kleinen und grossen Probleme des Tages einholen.  

Hier noch ein kritischer Satz zu Märchen: So lieb sie mir sind, so wichtig finde ich, dass wir hinsehen, was passt und was nicht. Je nachdem, zu welcher Zeit ein Märchen entstand, wer die Geschichte geschrieben hat, werden darin Bilder vermittelt, die nicht mehr in die heutige Zeit passen, oder die unserem Wertesystem nicht gerecht werden.

Den Kindern und Jugendlichen zeigen Märchen Möglichkeiten auf, zu reifen, sich zu entwickeln, selbstständig zu werden, sich den eigenen Ängsten zu stellen. Und da reicht es eben nicht, die Geschichte nur einmal gehört zu haben.  Da braucht es Wiederholungen und Wiederholungen…, manchmal bis zum Umfallen. Geschichten und Märchen sind Balsam für die Seele. Das ist Medizin, welche in erster Linie positive Nebenwirkungen aufweist. Wenn sie nicht passen, dann gefallen sie nicht  -  so einfach ist das.

Viel Freude beim Finden «Ihrer» Geschichte, «Ihres» Märchens, welche und welches grad jetzt gut zu Ihnen und Ihrer Lebenslage passt.

Umstellen würde ich nicht mehr, so ist der Schluss aus deiner Schreibe und nicht Zitate.